Aktion gegen neuen TETRA-BOS Funkturm in Lilienthal
In Lilienthal wird auf dem Gelände der Feuerwehr in der Edisonstraße ein neuer TETRA-BOS Funkturm gebaut, in 200 m Entfernung von den nächsten Wohnhäusern. Vor dem Hintergrund des gesundheitlichen Risikopotentials von Hochfrequenzstrahlungen fordert die Bürgerinitiative »Lilienthal stoppt TETRA-Strahlen«…
- den sofortigen Baustopp an der Edisonstraße und
- die Suche eines neuen menschengerechten Standorts in größerer
Entfernung zu vorhandener und geplanter Wohnbebauung.
Bitte unterstützen Sie diese Forderungen
- Wenn Sie in Lilienthal wohnen: Schicken Sie das beiliegende Formular per Fax (04298 46 95 02) an Eike Ballerstedt oder geben Sie es bei Ballerstedt, Im Ökodorf 15, oder bei Zeidler, In den Klosterwiesen 7, ab bzw. – noch besser: drucken Sie eine Unterschriftenliste aus und beteiligen Ihre Nachbarn, Freunde, Vereinsmitglieder, andere Eltern etc..
Was ist bisher geschehen?
- Demonstration: Am Donnerstag, dem 8. Juli 2010, um 18:00 Uhr, haben sich knapp 200 besorgte Menschen vor Ort in der Edisonstraße zu einer Demonstration getroffen und haben das Ziel, dass der Bau sofort gestoppt und ein weiter entfernter Standort für den TETRA-BOS Funkmasten gefunden wird, unterstützt. Die Presse berichtete hierüber. Presseartikel ansehen.
- Unterschriftenlisten: Am Freitag, dem 9. Juli 2010, haben VertreterInnen der Bürgerinitiative um 15:00 Uhr Bürgermeister Hollatz Listen übergeben, auf denen sich 580 Bürger und Bürgerinnen aus Lilienthal per Unterschrift den Zielen angeschlossen. Diese Unterschriften wurden in nur vier Tagen – trotz Sommerferien und Hitze – gesammelt. Die Presse berichtete hierüber. Presseartikel ansehen.
- Am 13. Juli ist eine Delegation der Bürgerinitiative „Lilienthal stoppt TETRA-Strahlen“ in Hannover bei der „Projektgruppe Digitalfunk BOS Niedersachsen“ – sie ist für die Erstellung des TETRA-BOS Funknetzes in Niedersachsen zuständig – gewesen. Die Vertreter haben sich über die Vorgehensweise und Auswahlkriterien bei der Festlegung von Standorten informiert und sich nachdrücklich für einen neuen Standort eingesetzt, der weiter entfernt ist von vorhandenen und geplanten Wohngebieten. Das wichtigste Kriterium für die Standortbestimmung ist die lückenlose sog. Ausleuchtung des gesamten Kreisgebietes – dies erfordert die Einhaltung von vorgegebenen Entfernungen zwischen den einzelnen Sendemasten in einem Gebiet. Ein weiteres wichtiges Kriterium sind die Kosten. Beides hat im Falle Lilienthal für den Standort Edisonstraße gesprochen.
- Die Projektgruppe sagte zu, dass sie neue Standorte, die von der Gemeinde Lilienthal und der Bürgerinitiative vorgeschlagen würden, prüfen werde. Mit der Gemeinde sind mehrere neue Standorte vorgeschlagen worden, die zwischenzeitlich geprüft wurden und gegen die hinsichtlich der „Ausleuchtung“ keine Bedenken bestehen. Da eine Errichtung eines Funkturmes an einem dieser neuen Standorte mit Mehrkosten verbunden ist, die von der Projektgruppe nicht einfach genehmigt werden können, muss hier eine Entscheidung auf Seiten der Politik fallen.
- Für ein Aufschieben des Aufstellens des Funkturms war nach Aussage der Projektgruppe nicht mehr möglich. Am 20. Juli wurde der Turm dann auch tatsächlich aufgestellt.
Die Presse berichtete hierüber. Presseartikel ansehen.
Das Innenministerium in Hannover sagte allerdings zu, dass bis zur Veranstaltung der Bürgerinitiative am 3. August die Arbeiten am Turm ruhen werden. Gemeinde und Lilienthaler Politiker setzen sich mittlerweile für einen neuen Standort ein und unterstützen die Forderungen der Bürgerinitiative. - Die Bürgerinitiative hat für den 3. August Gemeinde-Politiker, den Bürgermeister der Gemeinde Lilienthal, die Bürgermeister der Gemeinden mit TETRA-Standorten im Kreis OHZ und andere Beteiligte eingeladen.
- Die Standortentscheidungen und Realisierung des TETRA-BOS-Netzes wurden vom Bundesinnenministerium zur Verschlusssache erklärt. Deswegen gab es zu diesem Thema keine öffentliche Diskussion. Die Verwaltung und der Verwaltungsausschuss der Gemeinde haben im Herbst dem von der Projektgruppe vorgeschlagenen Standort Edisonstraße zugestimmt; alle Mitglieder des Gemeinderats wurden per Protokoll hierüber informiert. Einen Versuch, die Standortwahl im Rahmen einer Diskussion mit der Projektgruppe und dem Innenministerium in Hannover noch einmal aufzugreifen, hat die Politik in Lilienthal offenkundig nicht unternommen – obwohl einige Fraktionen im Gemeinderat nach eigenem Bekunden gegen den wohnortnahen Standort gewesen sind.
Die nächsten Aktivitäten
- Am Dienstag, dem 03. August 2010, findet eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Bürgerinnen und Bürger haben hier die Möglichkeit, sich über den Behördenfunk TETRA-BOS und die Standortfrage in Lilienthal zu informieren. Im Borgfelder Landhaus werden um 19:00 Uhr die Gemeindeverwaltung Lilienthal, die „Projektgruppe Digitalfunk BOS Niedersachsen“ – sie ist für die Erstellung des TETRA-BOS Funknetzes in Niedersachsen zuständig – und die Bürgerinitiative „Lilienthal stoppt TETRA-Strahlen“ Rede und Antwort stehen.
- Danach wird die Bürgerinitiative massiv die angebotene Unterstützung aus der Politik einfordern, damit die Initiative nicht im Sande verläuft.
Hintergrund
TETRA-BOS ist ein digitales Funksystem. TETRA bezeichnet einen technischen Standard, auf dessen Grundlage bis 2012 bundesweit das Digitalfunknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste – hierfür steht das Kürzel BOS) aufgebaut werden soll. Wie beim Mobilfunk sind für TETRA-BOS Funktürme erforderlich. In unserer Region wird es Sendeanlagen in Worpswede, Schwanewede, Ritterhude, Osterholz-Scharmbeck, Axstedt – und Lilienthal geben.
Bei der Frage nach den Standorten für die Sendemasten halten sich die Behörden bedeckt, denn das Ganze unterliegt Geheimhaltungsvorschriften. „Dazu dürfen wir nichts sagen“, so der knappe Bescheid aus dem Lilienthaler Rathaus. Statt dessen werden Fakten geschaffen, als Überraschung für die aus dem Urlaub zurückkommenden Bürger – dann soll der 40 m hohe TETRA-BOS Funkturm auf dem Gelände der Feuerwehr in der Edisonstraße stehen. Das Fundament ist bereits gegossen.
Bei der TETRA-Technik handelt es sich um permanent gepulste Hochfrequenzstrahlung (bis 400 Megahertz). Geltende Grenzwerte erfassen lediglich die thermische Belastung, nicht aber die Folgen elektromagnetischer Strahlungen für den Menschen. Noch beurteilen Wissenschaftler und Experten die gesundheitlichen Risiken unterschiedlich. In diversen Untersuchungen sind aber mittlerweile objektive Befunde gesundheitlicher Beinträchtigungen und Schäden als Auswirkung derartiger Sendeeinrichtungen festgestellt worden. Und Versicherungen sind sehr zurückhaltend in der Beurteilung dieser Risiken: Sie befürchten eine ähnliche Entwicklung wie bei den Röntgenstrahlen, deren gesundheitliches Gefährdungspotential erst spät entdeckt wurde, nachdem die Schädigungen eingetreten waren..
Der TETRA-BOS Funkturm in Lilienthal wird nur gut 250 m von den nächsten Wohnhäusern entfernt stehen. Vielleicht werden ja eines Tages auch die dazwischen liegenden landwirtschaftlichen Flächen mit Wohnhäusern bebaut. Nach den Vorschriften des Bundesamtes für Strahlenschutz sollen die zuständigen Behörden sicherstellen, dass der ausgewählte Standort für einen Funkturm die Bevölkerung am geringsten belastet. Diese Forderung erfüllt der Standort Edisonstraße mit Sicherheit nicht! – zumal in 800 m Entfernung bereits ein Mobilfunkmast in der Falkenberger Landstraße steht, in direkter Nähe von Schulen und Kindergärten.
"Keine TETRA-Strahlung in unserem Wohnzimmer!" zum Download als PDF
"Erfahrungen mit TETRA-Bündelfunk in Großbritannien: Fallbeispiele" zum Download als PDF
Unterschriftenaktion zum Download als PDF
Vorbereitete Unterschriftenliste zum Download als PDF
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Undine Zeidler (T. 04298 419 499) oder an Eike Ballerstedt (T. 04298 469 501)
